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Jiri Grusa, Augsburg 2004:
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Akzeptanz der Werte |
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Nun, meine Damen und Herren, für ein tschechisches Gemüt mit einem Rest an Reminiszenz ist Augsburg eine gute Adresse. Nostalgisch-ironisch denkt man zurück. Und eine Frage drängt sich auf: Wofür der so genannte Weltgeist so viel Zeit gebraucht hat? Damit er endlich etwas Klügeres macht als das Übliche? Eben das, was ihm die Augsburger längst vorgeschlagen haben - mit ihrem Frieden der Religionen. "Sei moderater!" rieten sie ihm. "Das Höchste und Wahre hat Versionen!" Es duldet Nuancen. Da es das Maß aller Dinge ist, kennt es die Mäßigung. Ja, es ist selbst vielleicht Nuance, die feinste von allen. Damals, vor Jahrhunderten, klang es nicht ganz geheuer. Einige Europäer jedoch, die Tschechen darunter, fanden es gut. Bei uns hat man bereits seine eigene Erfahrung mit dem Absolutum gemacht. Unter der Annahme, sie würden die göttliche Wahrheit, veritas dei, kennen, fühlten sich meine Vorfahren als Gotteskämpfer - und haben vor allem sich selbst viel Schaden zugefügt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass nicht einmal ihre kluge These des individuellen Glaubens vor der Dummheit schützt. Vor der Zweiwertigkeit - tja, da sind wir bei den Werten (!) - eines missratenen Monotheismus, der seine Bindung an den Kontext aller Kontexte damit verschleudert, dass er vorgibt, er hätte alles im Griff. Und wäre berechtigt, das Gute durchzusetzen, koste es, was es wolle. Und dennoch - sich eine Version der Wahrheit zu leisten, bedeutete den ersten Schritt zur Milde. Zur Individualität und Verantwortung, die auf Fragen reagiert, die sich der Einzelne persönlich stellt. So ein schlichter Satz, wie damals das berühmte cuius regio, eius religio - wie der Fürst, so der Glaube - war eine moderate Sache in einer sonst verkrusteten Welt. Denn bislang haben sich Fürst und Gott beinahe geglichen. Jedenfalls, die pax Augustana hat in Prag ihr Echo gefunden - und später sogar eine Nachahmung. Der Kaiser selbst proklamierte die Toleranz. Unlängst las mir ein Kollege aus dem Bericht vor, den ein Nuntius Caetan damals über seinen Besuch bei uns verfasst hatte. Er beschrieb die Duldung als Skandalon. Selbst in Familien wurde beliebig gebetet. Und in einem Städtchen namens Slafcuff-Austerlitz, jawohl, an der späteren Schlachtadresse, zählte er dutzende Glaubensrichtungen, nur die eigene nicht, die einzig richtige. Und dies, bitte, so nah an Wien! Und Wien sorgte für Ordnung. Bald war es mit der Toleranz vorbei. Dreißig Jahre tobte ein Krieg, bis man die Augsburger Regel wieder zugelassen hatte, wenn auch nicht für die Tschechen. Sie haben beinahe zwei Jahrhunderte lang gewartet, bis es unter einem aufgeklärteren Habsburger auch in Prag so weit war. Seitdem ist Nostalgie bei uns ironisch. Oder Ironie nostalgisch. Wie sie wollen. Man hat´s in den Genen: Werte haben Preise. Die Erinnerung an das rituelle Abschlachten der böhmischen Herren auf dem Altstädter Ring schmerzte zu sehr. Diese öffentliche Obduktion an den Lebenden hat mehr Zeit gekostet als die Schlacht, in der die Freiheit des Glaubens verloren ging. Es blieb die Skepsis gegenüber den Sprüchen, die das Unmessbare zu vertreten glaubten. Es blieb die Frage nach dem Preis der Werte. Und manchmal so viel Vorsicht, dass man die Werte auch preisgab. Das Risiko des Schönen, die Tatsache, dass der so genannte Sinn des Lebens niemals umsonst zu erreichen ist. Es hat sich dennoch herumgesprochen, dass das Mächtigere nicht bloß zweiwertig agiert. Und dass der Einzelne, der einzeln glauben darf, manches anders sieht und deutet - durch Mikro- oder Teleskope … Und Werte vermehrt, die nicht so einfach zu obduzieren sind. Und dass man sich an einen Gehorsam halten kann, der keine submissio darstellt, sondern eine missio. Keine Unterwerfung, sondern ein Entwerfen, dem man selber folgt, eine Sendung, die man allein vervollkommnet und die keinesfalls der Adresse gleicht, die sie sucht. Da bei dieser Suche die eigene Urteilskraft eingesetzt wird, die einem manchmal mehr Heroik abverlangt als das Gotteskämpferische. Die Idee der Menschenrechte erblickte das Licht der Welt. Ein Gedanke außerhalb der heiligen Kodexe, aber so glaubhaft fromm, dass viele sofort protestierten. Wie? Einem Menschen stünde etwas zu, nur aufgrund seines Mensch-Seins? Respekt und Ehre, nicht durch Stamm und Heimat? Die Zukunft jenseits der Horde? Cuius humanum, eius libertas? Dem Menschlichen die Befreiung! Niemand sagte es so altertümlich. Aber es hat gewirkt. Religionen und Regenten waren aufgeregt. Und haben gleich versucht, das Neue alt zu machen. Die Libertas durch das Volk. Das Volk als Kompanien! Cuius natio, eius regio, ließe sich die Gangart nennen. Die Union der Uniformen. Seitdem war die Frage nach der Einigung Europas nicht mehr von Alleingängen zu trennen. Und alle Akteure hatten dieselben Tricks. Heroisch, historisch, unilateral und imperial waren ihre Tänze. Und jeder, der eine Chance witterte, hat gerne mitgetanzt. Die Größten am gröbsten. Alle waren dabei, die Menschenrechte volkseigen zu machen. Sie haben sie napoleonisiert und bismarckisiert, sie haben sie wilhelminisiert und stalinisiert und dann zum schlechten Schluss verschickelgrubert. Diese letztere Schleifung, die Hitlerisierung, war besonders letal. Noch vor sechzig Jahren waren diese Rechte abgeschafft. Europäer stritten um den ewigen Vorrang. Es sollte uns nicht mehr ein Gottesgesetz liefern, sondern die Gesetze der Natur oder Gesetzmäßigkeit der dialektisch erforschten Geschichte. Die Umwertung aller Werte fand als Entwertung des Alltags statt, mithilfe des endlosen Dividierens der Individualität. Erst dann, als wir alles verspielt hatten, waren wir zumindest westwärts fähig, uns auf das Messbare, Vergleichbare zu konzentrieren, auf ein Europa für alle Europäer. Dieses erste, tribalfreie Lebenskonzept setzte nicht mehr auf das Heil im "strahlenden Morgen". Es vertagte den Sinn unseres Herumplagens in die Jetzt-Zeit. Es nannte sie nicht mehr "Euangelion", sondern nur noch EU-Agenda. Sein Erfolg jedoch war erstaunlich. Ein Europa, endlich reich und friedlich. Erst als Verlierer waren wir Sieger. Erst als Nicht-Heroiker und multilaterale Mitspieler, hatten wir den richtigen Narrativ. Die richtige Erzählung durch uns und über uns. Ein bis heute inspirierendes Epos. Sieh doch die Menschen in der Ukraine! Erst die Abkehr von der historia machte uns zur Story. Und wir haben sogar die restlichen Mauern der Zoo-Paradiese zu Fall gebracht, hinter denen ein homo sovieticus gehalten wurde, der letzte Übermensch. Dieses Ende hat jedoch auch paradoxe Züge. Es ermöglicht zwar die Integration, macht jedoch nicht integer. Jedenfalls nicht automatisch. Die neue Weite ist weich. Sie lockt auch diejenigen, die die EU-Skala nicht kennen. Geschweige denn anerkennen. Sie denken sich Siege im alten Kampfgerüst. Gründen ihre Staatchen als Jagdreviere der Korruption. Sie wirken zwar komisch, doch das Blut, das hier vergossen wird, ist echt. Die Ehre hergerichtet, tierisch ernst. Und manche aus diesen Hainen reden schon lehrmeisterlich. Das Neue ist schmal, die Erweiterung erweitert nicht Herzen und Hirne. Die Sprüche der Zweiwertigkeit werden lauter. Unlängst sagte ein Clown in Prag im Hinblick auf unseren EU-Beitritt: Wir dürfen uns nicht auflösen lassen wie ein Stück Zucker im Kaffeetopf! Spüren Sie das Schwarz-Weiß-Muster dieses Geredes? Süß kontra bitter, fest gegen flüssig etc. Der Mangel an der eigenen Süße wird zum Lot der Verbitterung. Und die eigene Verfassung zum Maß des "Europäischen". Als wäre die EU kannibalisch und diese Leute ein Leckerbissen. Die Erweiterung verführt auch manche, die das Integrative schon übten - die sich jetzt aber vergrößert fühlen. Sie träumen von ihrer alten "Grandezza" und vergrämen die Ossis der Wende. So kommt die Maxime in Verruf, die nach 1945 so viel Schöpferisches nach sich zog: Jeder von uns ist nur anders klein. Man spürt also wieder viel Hochmut und vergisst allmählich, dass unsere Zeit bereits global tickt und dass ein jeder, der die Einheit der Nation predigt, sich damit eine sehr teure Fahrkarte in das neunzehnte Jahrhundert besorgt. Er besteigt eine Dampflok statt einen Airbus und darf sich folglich nicht wundern, wo er dann landet. Und die verspäteten Nationen werden zum populus, westwärts wie ostwärts - im Westen mit panem et circenses versorgt, dem Brot und den Spielen, im Osten mit pride and prejudice. Mit Stolz und Sturheit! Und wenn die Integration an die Identität stößt, wehrt sich die Letztere mit Selbstüberschätzung und scharfen Gerüchen. Umso schneller sollte die EU ihre Struktur klären. Dies jedoch würde bedeuten, die typische Antwort zu ändern, mit der wir unsere Selbstheit bestätigt haben wollen. Das Statement von heute heißt nicht mehr: "Wir sind wir", sondern "wir sind vergleichbar". Absurd? Nur, wenn man die Identität nicht evolutionär will, sondern traditionalistisch - nah den monotheistischen Mustern. Werte sind nämlich prozessuell. Das tschechische Wort dafür, hodnota, stammt von einem hod und meint einfach "Wurf", bezeichnet also etwas Gewagtes. Nicht nur Erkenntnis, sondern auch Mut, nach dem Erkannten zu greifen. Selbst wenn der Mut hier nur galileanisch spricht, als ein bescheidenes: es dreht sich doch. Eppur si muove! Ungeachtet aller Drehs. Denn Werte sind zwar Identifikation mit erfolgreichen Verhaltensmustern der Gruppe, doch darüber hinaus auch Imperative der Suche nach neuen Formen und Wachstum. Unser tschechisches Wörtchen assoziiert nämlich auch Zufall und Unfall. Und nach einigen Deutungen sogar die Verwandtschaft mit einem god, dem großen Lieferer von Fällen, mit "Zu" "Un" und "Ein"-Suffixen verbunden. Es kommt also auf das Spiel an - und die Spieler, wann aus dem Wurf ein Entwurf wird, aus einer arché eine Architektur, ein Grund als Grundstück des Bauens, Stabilität und Sicherheit. Erst wenn wir spielen, vermehren wir Werte. Wer wirft, der wird. Die Spiele von gestern sind zwar nicht wertlos, doch wurflos, das schon. Darum ist libertas mehr als submissio. Die Freiheit mehr als Gehorsam. Und die Akzeptanz der Werte, nach der Sie, meine Damen und Herren, mich heute fragen, ist keine Passivität, kein Wegschauen oder ein Ritual bloßer Wiederholung. Sie entzweit vielleicht, macht zwiespältig, doch zweiwertig ist sie nicht. Da sie nichts wegwirft, vielmehr alles bewertet. Identifikation bringt hier keine Gleichung, kein "Ich bin ich", sie wird hier zum Gleichnis des Seins, zum Stützpunkt des Wollens. Erlauben Sie mir noch einmal - hier in Augsburg - einen tschechischen Begriff zu Hilfe zu rufen. Sie veranstalten hier die Reden über Frieden. Und der heißt auf Tschechisch mír. Das Wort bedeutet jedoch auch Maß oder Mäßigung. Temperantia nannten die Alten diese beiden letzteren Varianten der Friedfertigen und hielten sie für eine Tugend. Für eine innere Ordnung des Menschen, welche auf keine andere Instanz delegiert werden kann. Dieser Mensch brauchte sie eben, weil die Muster der Milde fragil sind; zumindest in statu nascendi, während des Aufbaues. Es ist wesentlich einfacher, im Namen der eigenen Sache den alten Kampfspielen zu frönen, mit der ganzen Megalomanie der heiligen Herkunft - selbst wenn sich heute die Sportclubs ihre Teams schon nach der Leistung aussuchen, und nicht nach Gesichtsfarbe oder Sprache. Und wir alle müssen uns einer Frage stellen, provoziert durch die Entdeckungen der Genetik, Robotik oder Nanometrie, ja vielleicht der radikalsten Frage überhaupt, nicht nur seit dem Augsburger Frieden, sondern seit der Zeit der Pyramiden. Es geht nicht um das "Ich" der Nationen, vielmehr aber um das "Ich" des Menschen an sich. Um die Identität der Species. Die Gefahr einer machtpolitischen Utopie, die eine archaische Reduktion betreibt oder einer totalen Machbarkeit der Dinge verfällt, ist nicht zu übersehen. Euphorie und Horrorszenarios sind dicht aneinander geraten. Hier erneut ein kluges Europa zu wagen, ist vielleicht noch schwerer als der gelungene Schritt vor fünfzig Jahren. Damals waren der Raum und die Subjekte der Einheit klar. Heute wackelt fast alles. Der Raum ist zersplittert, hat Wirtschaftszonen - ungleicher Effizienz -, es gibt Wahl- und Neidverwandtschaften. Allianzen im Umbau und Abbau, drei ethnische Gruppen, mit vielen "Dazwischlern" und "Dazuhinwollenden". Wie Basken und Bulgaren … nicht eben nur in den Ländern des Postkommunismus. Oder das Stichwort "Ukraine" - und die dortige Sehnsucht nach Fort-Schritten. Und Religionen! Drei christlich-liebliche (katholisch, orthodox, protestantisch) und eine besonders agile, den Islam. Den hat man in der bipolaren Zeit vergessen. Nun meldet er sich zurück, mit frischer Bivalenz. Und mit der Energie unseres Konfessionskonflikts der Augsburger Ära. Und ebenso mit den Allüren der Weltherrschaft und dem Ressentiment der alten Demütigungen. Er übt die Werte der Wüste. Tja, diese Werte sind doch diese und jene! Und in einem global space der Politik unserer Tage ist ein Unterschied zwischen den ungläubigen Amis und "Eunis", wenn ich uns so bezeichnen darf, eigentlich gar nicht vorhanden. Meine Damen und Herren, Sie sehen: Integration hat es mit uns nicht leicht. Wir müssen eben erst Werte entwickeln, die wir "festnageln". Die, wie gesagt, ein wenig anders sind als die schon Eingeübten. Das neue "Soll" könnte man nämlich als das "Haben" von heute beschreiben. Also umgekehrt als üblich. Das gegenwärtig Erreichte ist die Lösung. Eine Lösung ohne Erlösung. Praktisch muss endlich die Verfassung her! Nur sie wird den rechtlichen Kredit aktivieren, der uns zusammenhalten kann. Und die Inklusion als Haupttechnik politischer Teilnahme betreiben. Das Einbeziehen als Aussicht auch für diejenigen, die jetzt passen wollen - oder bockig herumblödeln. Und die sich demnächst bestimmt wieder melden werden. Da wir keine Nation namens "Europäer" haben, sollten die nationalen Differenzen als systemöffnende Dynamik angewandt werden. Unsere Identität wird somit eher ein Lego-Baustein als ein Steinbild im Tempel. Eine Union ohne "Nation", ist aber nicht anti-national. Sie ist nur rational. Ihre Maxime, wenn ich noch einmal den alten Wappenspruch der religiösen Freiheit paraphrasieren darf, würde dann lauten: Cuius ratio, eius regio. Wie die IQ, so die Macht. Und diejenigen, die hier eine trockene Spätlese der Aufklärung spüren, übersehen die Tatsache, dass auch die Vernunft "gemütlich" entscheidet. Und letztendlich nur das Gefühl für das Richtige ist. Was aber mit unseren Egoismen, unseren Interessen, fragen die Skeptiker: Dein Modell hat sie nur umbenannt. Deine EU ist bloß eine andere Hackordnung. Nun, vielleicht eine Tanzordnung. Mit einer Tanzkarte, die immer noch einen weiteren Eintrag erlaubt, und einen Walzer im Wettbewerb zulässt. Differenz und Präferenz hängen nicht nur etymologisch zusammen. Da wir jetzt mit keiner göttlichen Präferenz rechnen können, entstehen Differenzen als ein Entwurf des Weitermachens. So dass die größere Einheit kontextuell bleibt. Einheit - also Union, wenn Sie so wollen -, die der klassischen Falle der Selbstheit trotzt. Wir erinnern uns, ein jedes "Selbst" neigt dazu, dasselbe zu wollen - ein idem! Das aber dann zu einem totum wird - und totalitär handelt. Wir aber brauchen keine totalitäreren Entitäten mehr. Keine Tautologien, sondern, ich wiederhole mich, eine Sprache, die Metaphern nicht meidet. Da eine Metapher eben das ist, was von dem Bekannten auf das Unbekannte zielt. Nicht umgekehrt! So erreichen wir auch ein weiteres Soll unseres Weges, die Verständigung. Mit ihr werden wir endlich dem ungestümen Desperanto unserer Nationalisten trotzen. Das Faktum der Nähe hieße doch: Es gibt keine Kontinente der Zuflucht. Vielleicht noch Sterne. Aber selbst diese nur unter der Bedingung, dass die Erde sich hält und der Mensch Mäßigung übt. Die temperantia als eine Regel des Lebens im Weltdorf am Rande des Weltalls? Die Bin Ladens nutzen die Lage schon aus und bieten Hass und Hölle, jedenfalls uns, den Unwürdigen. Und verbreiten Reduktionen, Autismus und Theokratie. Da sie sich so grausam melden, sollten wir dagegenhalten. Hier sind meine Punkte: Empathie, Ironie, Toleranz und Demokratie. Mit anderen Worten: Das "Du" ist ein anderes "Ich", ein Unterschied ist Reichtum, die Milde kennt den Mut und das Maß macht mächtig. Das sind natürlich nur Erziehungstipps. Aber ich war mal einst ein Bildungsminister und weiß daher: Was nicht im Hirn der Jugend landet, ist schwer nachzuliefern. Und warum sollen uns die Taliban einen edukativen Vorsprung vorführen, mit dem "just in time" Einpauken ihres Mörderzeugs? Wir sollten versuchen, Komplexität zu leben. Denn jene, die sich nicht von der Vergangenheit belasten lassen und rezeptfrei in die Zukunft gehen, begegnen ihrem "Ich" als Stützpunkt der Freiheit. In Augsburg hat man´s gewusst. Man wollte Frieden als Maß. Als Wert, der keinen entwertet. Und stellte fest: Die Werte haben Preise. Und das Selbstverständliche kostet das meiste. Eine pax augustana - global angestrebt - hat einen hohen Preis, doch nur sie schützt alle Werte! Lasst uns wieder selbstverständlich sein - Cuius libertes, euis humanum. Das ist die letzte Variante der Regel von Augsburg. Vielen Dank! |
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